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AUF DEM SEE
 Und frische Nahrung, neues Blut  
 Saug' ich aus freier Welt;  
 Wie ist. Natur so hold und gut,  
 Die mich am Busen hält!
 Die Welle wieget unsern Kahn  
 im Rudertakt hinauf,  
 Und Berge, wolkig himmelan,
 Begegnen unserm Lauf.

 Aug', mein Aug“, was sinkst du nieder?  
 Gold'ne Träume, kommt ihr wieder?  
 Weg, du Traum, so gold du bist:
 Hier auch Lieb' und Leben ist.  
 Auf der Welle blinken  
 Tausend schwebende Sterne,  
 Weiche Nebel trinken
 Rings die türmende Ferne;  
 Morgenwind umflügelt  
 Die beschattete Bucht,  
 Und im See bespiegelt
 Sich die reifende Frucht.  
 - J. W. von Goethe, Werke. Band 1, S. 102 -
 
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